FAZ 05.08.2026
11:04 Uhr

Nach stundenlanger Suche: Italienische Müllabfuhr findet  verlorenen Lottoschein mit Millionengewinn


Weil der Gewinn „nicht auszahlbar“ sei, entsorgte eine Italienerin ihren Lottoschein in der Annahmestelle. Danach stellte sich heraus: Sie hatte den Jackpot geknackt. Eine stundenlange Suche im Müll begann.

Nach stundenlanger Suche: Italienische Müllabfuhr findet  verlorenen Lottoschein mit Millionengewinn

„Fortuna non olet“ (Glück stinkt nicht). So lauten die ersten Worte des Facebook-Posts von Nicola Roberto Toscano, Chef des lokalen Müllentsorgungsunternehmens SANB, über einen bemerkenswerten Fund in „seinem“ Abfall. Der Satz ist eine Abwandlung des lateinischen Sprichwortes „Pecunia non olet“ (Geld stinkt nicht). Toscano und die Mitarbeiter der SANB – der „Servizi Ambientali Nord Barese“ (Umweltdienstleistungen Bari-Nord) – sind derzeit in Italien in aller Munde. Denn ihnen ist ein eigentlich unmöglicher Fund geglückt. Eine Frau aus Bitonto in der süditalienischen Region Apulien, deren Identität aus guten Gründen geheim gehalten wird, hatte einen Lottoschein mit den richtigen fünf Gewinnzahlen in der Annahmestelle zurückgelassen. Denn ihr war angezeigt worden, dass der Gewinn „nicht auszahlbar“ sei. Aber nicht, weil sie nichts, sondern weil sie zu viel gewonnen hatte: eine Million Euro. Gewinne in dieser Höhe können verständlicherweise nicht am Kiosk ausgezahlt, sondern müssen von der Lottogesellschaft überwiesen werden. Sie fanden den Lottoschein unversehrt Zu Hause bemerkten die Angehörigen der glücklich-unglücklichen Gewinnerin am Abend den Irrtum – und eilten zurück zum betreffenden Kiosk. Doch der hatte die weggeworfenen und zurückgelassenen Spielscheine schon entsorgt, und der örtliche Entsorger SANB hatte den Müll schon abgeführt. Das von der Lottoannahmestelle alarmierte Unternehmen identifizierte das betreffende Müllfahrzeug, leitete es auf einen gesonderten Sortierplatz um und ließ dort die Müllsäcke auskippen. Nach stundenlanger Suche – „unter alles anderen als angenehmen Bedingungen und in voller Sicherheit“, wie SANB-Chef Toscano mitteilte – gelang es, den Lottoschein zu finden: unversehrt in einem aufgeplatzten Müllsack inmitten zahlreicher beschädigter und zerrissener Spielscheine. Die Geschichte zeige, wie „wichtig Professionalität (vielen Dank an die Mitarbeiter!), Organisation und sogar eine Prise Glück“ seien, schrieb der SANB-Chef. Abfall sei bekanntlich eine Ressource, fuhr Toscano fort. In diesem Fall sei das wörtlich zu verstehen.